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Feb 2010 04

Aktuell sind wir vom Politcamp-Orgateam mitten in der heißen Phase der Organisation des Politcamp 10. Neben den vielen kleinen und großen Dingen gibt es auch eine Diskussion, ob wie und wo wir die Twitterwall aufstellen oder es ganz sein lassen…

Beim Politcamp 09 hatten wir die Twitterwall an der großen Wand hinter dem Podium im Hauptsaal. Das Problem war, dass die Teilnehmer auf dem Podium die Geschehnisse auf der Twitterwall nicht mitbekamen oder sich mehr oder weniger verenken mussten. Nun sind Politiker ja bekanntlich für ihr flexibles Rückgrat bekannt, aber in der Rückschau hat das die Diskussion irgendwie gestört.

Nun sind wir am überlegen, wie wir mit der Twitterwall umgehen soll. Mathias Richel fordert schon lauthals den Tod der Twitterwalls und findet sie unhöflich. Das einige Beiträge von der Diskussion ablenken und nicht jeder Tweet der Diskussion geholfen hat, konnten wir auf dem PC09 auch beobachten. Aber sie deswegen gleich ganz abschaffen?

Ein Feedbackkanal kann eine Diskussion ungemein bereichern. Dieser gibt auch den Teilnehmern ausserhalb der Veranstaltung und des Panels Gelegenheit auf die Diskussion einzuwirken. Deshalb sollte eine Diskussions-Wall in jedem Fall Teil des Panels sein. Ob dies nun eine unmoderierte Twitterwall ist oder die Einblendung von Fragen aus dem Auditorium ist noch offen. Im letzten Jahr gab es eine zweite Twitterwall in der Lounge, dass wird es auch wieder geben. So bekommt man auch ausserhalb des großen Saals die Diskussion mit. Über den großen Saal und das Podium zerbrechen wir uns derweil noch ein bisschen den Kopf.

Wenn jemand konstruktive Vorschläge hat, wie das Problem gelöst werden kann, dann gerne her damit!

Foto: Jürgen Glüe
Orginalbeitrag: Hansjörg Schmidt

Kommentare

  1. immeninfo sagt:

    Warum nicht eine Moderierte Twitterwall hinter den Diskutanten? Die Tweets könnten beispielsweise auch ohne Verrenkung den Diskutanten durch Flatscreens präsentiert werden.

    Gruß

  2. Matthias sagt:

    Dabei sollte meines Erachtens dieser Artikel bedacht werden: http://bit.ly/aQ8SCy

  3. vtomaschek sagt:

    Matthias: Den Artikel hatten wir schon verlinkt. Trotzdem danke.

  4. Daniel sagt:

    Das Experiment wurde beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland 2009 durchgeführt. Es wurden 6 Flatscreens aufgestellt, auf denen der Twitterstream lief.

    Das Ergebnis war ernüchternd, denn weder die Podiumsgäste, der Moderator noch die Zuschauer können sich nunmal auf zwei Sachen gleichzeitig konzentrieren. Entweder man liest den Stream, oder man führt/folgt eine/r Diskussion. Dazu kommt das bereits beschriebene Phänomen, dass jeder mit Handy im Publikum gern mal zu lesen sein wollte.

    Es empfiehlt sich hier wirklich das altbewährte Mikrofon mit eingestreuten Fragerunden. Dies ist persönlicher und wirkt nicht wie ein ständiges murmeln aus dem Saal, dass ablenkt.

    Eine sinnvolle Möglichkeit Twitter einzubauen sehe ich entweder durch einen Co-Moderator der den Twitterstream verfolgt und dann gezielt Fragen vorliest, wenn dies gewünscht ist. Oder eine Twitterwall im Loungebereich, welche denjenigen die die Diskussion nicht verfolgen können, ab und zu mit News versorgt, was gerade diskutiert wird, entweder durch eben diesen Co-Moderator oder diejenigen Zuschauer, die vom Twittern ohnehin nicht lassen können.

    Beste Grüße

  5. Andreas sagt:

    Die Grundidee bei Twitter ist doch, etwas auf 140 Zeichen zu beschränken. 140 Zeichen deshalb, weil mehr nicht gebraucht wird, um etwas zu sagen, etwas auszudrücken. Es geht darum, Nachrichten auf das Wesentliche zu reduzieren. Eine Twitterwall in Veranstaltungen ist demnach das Gegenteil der Idee von Twitter, denn hier werden Diskussionen mit zusätzlichen Informationen aufgepumpt, die nicht nur unhöflich sein können, sondern auch der Diskussion nicht unbedingt beflügeln und weiterbringen. Die Qualität einer Session hängt von ihren Referentinnen und Referenten ab, von der Diskussion auch mit den Teilnehmern. Genau das ist entscheidend, deshalb bin ich gegen eine Twitterwall.

  6. Ruben sagt:

    Ich halte eine Twitterwall für angebracht. Die Idee mit den Flat Screens für die Diskutanten finde ich ist der Schritt in die richtige Richtung, dass sich jeder die Tweets zum Thema auch ohne Verrenkungen ansehen kann.

    Die Twitterwall wegzulassen – mit der Begründung, dass sich die Teilnehmer im Publikum nur auf eine Sache konzentrieren können – finde ich eine sehr unglückliche Lösung.

    Das Bar Camp-Prinzip nennt sich “offen” – Also sollte doch auch den Teilnehmern offen gelassen werden, ob sie sich nun auf die Diskussion über die Gesprächspartner oder über die Twitterwall einklinken möchten. Wenn ein Teilnehmer keine Lust auf die Twitterwall hat, schaut er halt nicht hin und geht ans Mikro;-)

  7. Daniel Bär sagt:

    Ich brauche keine Twitterwall während eines Panels. Ich empfinde es immer als sehr störend, wobei es häufig recht witzig ist. Allerdings trägt es i.d.R. nicht zur Diskussion bei und ist damit überflüssig.

  8. Swen Wacker sagt:

    Twitterwalls innerhalb des Diskussionsraumes halte ich für überflüssig, da eine Diskussionen ein Moment der Rede und des Hörens ist. Das Argument “Bar Camp-Prinzip ist offen” spricht da nicht gegen. Schließlich ist auch kein Anrufbeantworter, eine Fax- und SMS-Wall oder ein weiße Wand mit Spraydosen da, um sich einzubringen.

  9. Andreas Christ sagt:

    Also es gibt meines Erachtens weit mehr Argumente FÜR eine Twitterwall als DAGEGEN. Ich kann aber schon nachvollziehen, dass eine solche Twitterwall im Hintergrund stört. Immerhin reden wir hier vom PolitCamp, wo es u.a. um die Nutzung der neuen Medien zur Partizipation in der Politik geht. Würde man das jetzt abstellen, würde das doch eigentlich dem konkreten Inhalt der Veranstaltung widersprechen.

    Wie wäre es, wenn man sich das ein oder andere Modell aus den Diskussionsrunden zur Bundestagswahl abschaut, wo Twitter auch ein Feedback-Kanal war? Dort gab es jeweils eine(n), der/die den Twitterstream beobachtet hat und der Moderator der Diskussionsrunde hat zeitweilig darauf verwiesen und Aspekte in die Diskussion eingebracht.

    Das sollte beim Politcamp natürlich deutlich höher getaktet sein, das ist aber eigentlich nur eine Sache der Absprache und der Lenkung durch den Moderator. Die entsprechenden Tweets können dann eingeblendet werden. Widerspricht dem Twitterwall-Gedanken etwas, aber damit bleibt zumindest der Feedbackkanal offen und es stört nicht unentwegt.

    Wer die Twitterwall ständig ansehen will, der kann sich mit Laptop oder Smartphone ins Publikum setzen.

    Viel wichtiger finde ich, dass es im Twitterstream keine “Paralleldiskussion” gibt. Das konnte ich schon bei so mancher anderen Veranstaltung erleben. Da man das aber schlecht “regeln” kann, muss sich aber jeder an die eigene Nase fassen.

  10. [...] als ich es in meinem Text tat, diskutiert und mittlerweile überlegen Veranstalter anderer Konferenzen, wie sie in Zukunft mit „Twitterwalls“ umgehen. Das ist großartig, aber auch notwendig. Obwohl [...]

  11. Thomas Liebscher sagt:

    Ich bin für eine Twitterwall hinter dem Podium (ist für das Publikum) sowie nur einen Flatscreen oder Laptop für einen Co-Moderator, der Fragen in die Diskussion mit einbringt bzw. dem Moderator vorbereitet. Dadurch werden die Teilnehmer im Podium nicht zwangsweise durch ständiges Lesen des Twitter-Streams abgelenkt, außer sie wollen das mit ihren eigenen iPhones oder Ähnlichem.

  12. Ich bin absolut für eine Twitterwall. Das ist ziemlich reizvoll. Man könnte einen Gegenbildschirm für die Diskussionsteilnehmer aufbauen. Letztendlich muss man m. E. damit aber leben. Geschrieben wird so oder so.

  13. Den Vorschlag von Thomas Liebscher unterstütze ich. Twitterwall gibt neue Denkanstöße, hilft, wenn eine Diskussion mal Längen oder sonstige Hänger hat und lässt Raum für verschiedene “Erzählstränge” rund um die ganze Veranstaltung, teils auch abseits vom Geschehen auf der Bühne. Wenn ein Moderator einzelne Tweets gezielt in die Debatte reinträgt, schöpft man die konstruktiven Sachen ab und lässt gleichzeitig Raum für die lustigen, abwegigen, ohne dass sie stören.

  14. Andreas sagt:

    Ich finde so etwas unnötig, weil es ablenkt vom eigentlichen Geschehen. Das ist so ungefähr, wenn bei einer Präsentation im Hintergrund eine Diashow mit Fotos (mit wechselnden Bildern alle paar Minuten) läuft. Mag sein, dass die was mit dem Thema (z.B. einem Reisebericht) zu tun haben, aber es gibt in dem Moment nicht unbedingt eine Verbindung zu dem Gesagten. Die Aufmerksamkeit ist aber automatisch bei dem wechselnden Bild im Hintergrund und nicht bei dem was gesprochen wird…

    Außerdem finde ich eh, dass Twitter völlig überbewertet wird. Wartet mal noch ein, zwei Jahre ab, dann kräht kein Hahn mehr danach.

  15. Yasmina sagt:

    Wie wäre es denn mit zwei verschiedenen Tags? Einen für bloßes Feedback zur Session (z.B. #pc10ps für passiv), dieser Stream könnte dann z.B. im Foyer laufen oder könnte im Publikum per Laptop mitverfolgt werden.

    Für Denkanstöße /Fragen / aktive Teilnahme via Twitter könnte man dann eine spezielle Twitterwall einrichten (z.B. #pc10ak für aktiv), die entweder nur für den Moderator / Comoderator oder doch für alle zu sehen ist.

    Vorteil wäre, dass man die parallel Diskussion in Twitter kanalisiert und trotzdem noch Fragen / Denkanstöße mit reinbekommt. Letztere sollten doch sicherlich auch nur einen kleinen Teil ausmachen, oder?

    Ansonsten finde ich den Vorschlag von Andreas Christ ganz gut!

  16. Sven Recker sagt:

    Moin, ich finde eine erweiterte integration von Twitter für sehr wichtig. Dabei sit die twitterwall immer ein Spiegel für die aktuellen Beiträge zu den Themen. Warum also nicht Themen bezogenen Tags außerhalb der Räume?
    Also von mir ein dickes JA zur Twitterwall!

  17. Okay, es scheint als wenn eine Twitterwall auf jeden Fall gewollt ist. Die Frage ist nur, ob in der grossen Halle hinterm Podium. Fragen via Twitter können ja auf jeden Fall gestellt und vom Moderator eingebracht werden.

  18. Also ich wäre auf jeden Fall auch für eine Twitter-Wall, denn so können einfacher Anmerkungen usw. eingestreut werden. Das war auch immer ein Vorteil von gestreamten Konferenzen in Second Life, dass man da im Text-Chat dazu immer noch eine manchmal viel interessantere Diskussion unterbringen konnte.

    Das vielleicht jemand den Twitterfeed beobachtet und gute Fragen herausfischt, fände ich auch gut. Dann hat man damit auch mehr die Möglichkeit, Leute einzubinden, die nur per Livestream mitschauen.

    In Zukunft fände ich es sogar noch spannend, die Timeline synchron zu einer Video/Audioaufnahme mitzuloggen und dies dann nachher wieder abspielen zu können, evtl. gefiltert auf die konstruktiven Beiträge, wie URLs und ähnliches.

    Ein Screen vor dem Panel würde im übrigen das lästige Umdrehen verhindern, denn nicht zu wissen, was über einen hinter seinem Rücken (im wahrsten Sinne des Wortes) geschrieben wird, ist vielleicht auch unhöflich.

  19. Michael Unterberger sagt:

    Twitterwall im Loungebereich – das fände ich angemessen.

  20. Anne Roth sagt:

    Wie ich auch bei derselben Frage für die Re:publica geschrieben habe (http://re-publica.de/10/2010/02/03/pro-und-contra-twitterwalls), gibt es dazu eine Diskussion in der englischsprachigen Welt, die deutlich negativer für Twitterwalls (oder: Backchannels) ausfällt:

    Das sehr negative Erlebnis von Danah Boyd (Social Media Researcher beim Microsoft Research New England/Fellow beim Harvard University’s Berkman Center for Internet and Society) mit einer Twitterwall (oder: Backchannel) bei der Web2.0 Expo, dass sie im November ausführlich beschrieben hat, liefert gute Gründe gegen Twitterwalls:
    “spectacle at Web2.0 Expo… from my perspective” (http://www.zephoria.org/thoughts/archives/2009/11/24/spectacle_at_we.html)
    Dieser ‘Fall’ ist in der englischsprachigen Netzwelt ziemlich ausführlich diskutiert worden – es lohnt sich, das nachzulesen.

    Nebenbei finde ich übrigens enorm mutig, dass sie das so detailliert aufgeschrieben hat.

    Aus meiner Sicht spricht diese Geschichte mindestens für irgendeine Form der Moderation und sicher auch dafür, sich über Partizipation/Interaktion bei Veranstaltungen vorher gründlich Gedanken zu machen

  21. Eine ähnliche Frage hatten wir uns beim EduCamp Anfang Februar in Hamburg gestellt und uns dann aufgrund der Erfahrungen einer anderen Podiumsdiskussion mit Twitter und Co-Moderation dagegen entschieden (Gedanken dazu siehe hier: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/schwalbe/2009/12/02/form-follows-function/) – zu viel Ablenkung von der eigentlichen Diskussion, zu viel Fokus auf die Form.

    Haben uns dann entschieden, die Kommunikation mit dem Publikum über die Fishbowl-Methode zu gestalten, was gut funktioniert hat, die Diskussion war sehr lebendig (http://blogs.epb.uni-hamburg.de/schwalbe/2009/12/16/das-internet-ein-bildungsraum/ und die Aufzeichnung der Diskussion

    Twitterwall hatten wir nur seitlich, aber nicht als Teil der Diskussion. Bessere Sicht vom Podium wäre nett gewesen, war aber auch nicht ganz so wichtig, da das Publikum ja über den freien Platz auf dem Podium die Chance hatte, sich zu melden und so die Konzentration auf der Diskussion im Raum lag. Aber ganz weglassen ging dann doch nicht, war nicht im Sinne der TeilnehmerInnen.

  22. Ach ja, Nachtrag zur Idee der Co-Moderation: Das war schwierig, da die richtigen Fragen aus Twitter rauszufischen, da sie dann doch nicht direkt passend in die Diskussion mit eingebracht werden konnten – man muss ja doch der Moderation die Führung der Diskussion überlassen. Da muss auf jeden Fall eine gute Lösung gefunden werden, wie man als Co-Moderation entsprechend stark auch in den Diskussionsverlauf eingreifen kann, sonst macht es wenig Sinn.

  23. Alvar Freude sagt:

    Den Vorschlag, für die Twitterwall im Haupt-Saal einen zweiten Tag vorzusehen finde ich ganz intessant.

    Ich denke, dass es insbesondere bei Podiumsdiskussionen immens wichtig ist, auch mal mit der einen oder anderen Frage oder Anmerkung aufzutreten, ohne dass dies in lange Wortbeiträge ausarten muss. Und manchmal kann es durchaus auch sinnvoll sein, kräftig dazwischen zu grätschen, wenn die Podiums-Teilnehmer Unfug erzählen. Klar ist, dass das Podium auch in der Lage sein muss, die Beiträge zu sehen. Zum Beispiel durch eine Twitterwall an der Seite oder zusätzliche Monitore.

    Die Politik-Profis müssen mit Zwischenrufen klar kommen, und Twitter-Walls sind für mich eine Art Equivalent zu Zwischenrufen. Und wir Amateure werden das auch hinkriegen.

    Eine Möglichkeit wäre auch, Ad-Hoc-Moderation aktivieren zu können, falls Unsachliches Überhand nimmt. Eine generelle Moderation wird aber immer in Zensur-Vorwürfen enden.

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